Zu sechst in der Elefantenrunde

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Jahrzehntelang wurden die Ergebnisse der Abstimmungssonntage von Vertretern der vier historischen Bundesratsparteien CVP, FDP, SVP und SP kommentiert. Seit wenigen Jahren sind auch die Grünen jeweils in der sogenannten Elefantenrunde des Schweizer Fernsehens dabei. Heute schliesslich wurde der Kreis auf sechs Protagonisten erweitert: die BDP darf, da Bundesratspartei, auch mit dabei sein.

Diese Erweiterung gefiel nicht allen: Anfänglich drohten FDP und SVP noch mit dem Boykott der Sendung, und der SVP-Sprecher Alain Hauert befürchtetete, dass die “Elefantenrunde zu einer Elefantenherde” werde. Schliesslich übermannte aber der Pragmatismus die streitbaren Mannen. Das war absehbar: Den wichtigen Auftritt vor der Deutschschweizer TV-Gemeinde wollte niemand sausen lassen.

Die erste Sendung in der grösseren Runde ging schliesslich so unspektakulär über die Bühne wie der Abstimmungskampf zu den beiden Abstimmungsvorlagen. Mal höre man sich zu, mal gabs ein wenig Widerspruch, mal wurde ein Schlüsselsatz für die eigene Klientel platziert, Toni Brunner (svp) und Hans Grunder (bdp) rüsselten sich zweimal kurz etwas an, und nach Christian Levrats Votum wurde reflexartig auf Hochdeutsch repliziert. Fazit: Business as usual also, es geht auch zu sechst.

P.S. Vor der “Classe Politique” wollte die Leitung vom Leutschenbach ins Bundeshaus nicht klappen. Wir sahen und hörten Bundesrat Pascal Couchepin zwar, er hörte aber offensichtlich Urs Leuthard nicht. Und Couchepin merkte auch nicht, dass er bereits auf Sendung war. Eine erheiternde Sequenz, und wenn die Herren Giacobbo & Müller nicht komplett dösten, werden sie diese in ihrer Sendung heute Abend gleich mehrfach einspielen.

Foto: focus.de

One Comment on “Zu sechst in der Elefantenrunde”

  1. David

    Das war wohl zu kurzfristig für Giacobbo/Müller, die Sendung wird ja ein paar Stunden zuvor aufgezeichnet.

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