Eveline Widmer-Schlumpf vs Christoph Blocher: Das Duell in der “Arena” blieb aus

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Die gestrige “Arena” über die Einbürgerungs-Initative war in erster Linie ein Medienereignis. Zu einem Showdown zwischen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und ihrem Vorgänger Christoph Blocher ist es nicht gekommen. Beide verzichteten auf persönliche Angriffe oder Sticheleien, beide sprachen über die Abstimmungsvorlage und nichts anderes. Widmer-Schlumpf argumentierte zuweilen etwas umständlich und formaljuristisch, phasenweise wieder souverän, aber stets ruhig. Blocher wiederum trat auf, wie man ihn kennt: temperament- und kraftvoll, blitzschnell im Kontern.

Der Ausgang der Abstimmung vom 1. Juni ist im Moment offen. Das gab der Sendung eine überragende Bedeutung. Entsprechend angespannt waren die Akteure im Ring wie in den hinteren Rängen. Über die gesamte Dauer fielen sie sich immer wieder ins Wort. Geschätzt ein Viertel aller Voten war akustisch kaum verständlich, weil zwei, drei oder sogar vier Protagonisten gleichzeitig drauflos redeten. Erinnerungen an die Anfangszeit der “Arena” Mitte der 90er-Jahre wurden wach.

Die Auseinandersetzung gestern Abend endete unentschieden. Trotzdem gibt es einen klaren Sieger: das Schweizer Fernsehen. Es dürfte eine Traumquote eingefahren haben.

Foto: Blick online

7 Comments on “Eveline Widmer-Schlumpf vs Christoph Blocher: Das Duell in der “Arena” blieb aus”

  1. Pingback: eDemokratie.ch » Blog Archive » Widmer-Schlumpf vs. Blocher – 1:0

  2. priska

    Und verlierer war der überforderte Rundschau-Moderator…
    oder der dazwischen gequetschte Jungpolitiker und Neu-Nationalrat…

    So wahnsinnig spannend war die Arena nun doch nicht. Nach 30 min. war sich die Geburtstagsfestgesellschaft, mit welcher ich die Arena geschaut habe, einig: da können wir gut ausschalten und weiter feiern!

  3. Mark Balsiger

    @ Priska

    Beim “überforderten Rundschau-Moderator” handelt es sich um Reto Brennwald, und der ist seit wenige Wochen nicht mehr bei der “Rundschau”, sondern offizieller neuer “Arena”-Dompteur. (ach, ich Tüpflischiiser…)

    Ich hatte nicht den Eindruck, dass er überfordert war. Ich staunte vielmehr, wie er nach aussen ruhig blieb und den Faden nicht verlor. Gegen das laute “Gschnurr” der Alphatiere konnte er wenig ausrichten. Selbst wenn man alle Mikrophone abschalten würde, wäre das Problem nicht massiv entschärft.

    An einem Geburtstag noch einen Teil der “Arena” zu gucken, finde ich eine starke Leistung. Bravo.

  4. Mark Balsiger

    Im Nachgang zur “Arena” generiert der Bruder von Christoph Blocher erneut Schlagzeilen – u.a. in der “Berner Zeitung” von heute:

    © Berner Zeitung; 21.05.2008; Seite 2

    Widmer als Wildsau bezeichnet

    Christoph Blochers Bruder Gerhard nannte Eveline Widmer-Schlumpf nach der letzten «Arena»-Sendung eine «Wildsau».

    Gerhard Blocher hat seiner Zunge wieder einmal freien Lauf gelassen. In einem Interview mit Roger Schawinskis Privatsender Radio 1 ereiferte er sich über das Schweizer Fernsehen und zog über die Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf her. Stein des Anstosses war für Gerhard Blochers eine Analyse der letzten «Arena»-Sendung. Journalisten des Magazins «10vor10» waren zum Schluss gekommen, dass sein Bruder Christoph ungewöhnlich zahm gewesen sei.

    Dieses Fazit brachte Gerhard Blochers Blut in Wallung: Die Journalisten des Schweizer Fernsehens seien «derartige Schwachköpfe», die seien doch gar nicht fähig, das zu beurteilen, kommentierte er.

    Spitze gegen Ministerin

    Nur einen Satz später teilte Christoph Blochers Bruder gegen Eveline Widmer-Schlumpf aus: «Wenn sich Christoph Blocher an jenem Abend einmal wahnsinnig zusammengerissen hat, um dieser Wildsau von einer Bundesrätin nicht an den Karren zu fahren, können sie doch nicht sagen, er sei nicht mehr wie früher.» Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wollte diese Äusserungen gestern nicht kommentieren.

    Mitschuld an der Abwahl?

    Der ehemalige Dorfpfarrer Gerhard Blocher hatte bereits vor den letzten Bundesratswahlen für Aufsehen gesorgt. In einem Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens bezeichnete er zum Beispiel den ehemaligen SP-Präsidenten Hans-Jürg Fehr als den «allerletzten Menschen, den es auf dem Erdboden gibt». Er redete auch von einem blutigen Nahkampf, den sein Bruder im Bundeshaus führen müsse. Verschiedentlich hiess es, Gerhard Blocher sei mitschuldig an der Abwahl seines Bruders als Bundesrat.
    ma

  5. rumpelstilz

    Ist Gerhard Blocher vielleicht krank? Hat er im Anstandszentrum vielleicht einen Tumor? Ein MRI wäre wohl angezeigt…

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