Werberisch schreiben: einst und heute

Publiziert am

Schreiben ist Arbeit am Gedanken.

Mir gefällt dieser Satz. Womöglich gibt es deswegen dieses Weblog. Auch wenn – leider – meistens zu wenig Zeit vorhanden ist dafür.

Dieser Tage ist mir im Archiv ein halbwegs vergilbtes Flugblatt in die Hände gefallen. Aus dem Jahre 1986. Das war mein erster Versuch, werberisch zu texten. Doch davon später.

Gelegentlich arbeite ich als Texter für Kunden, andere Agenturen oder meine eigene Firma. Vor ein paar Wochen textete ich für die Tageszeitung “Der Bund”. Nicht ganz uneigennützig: Der “Bund” ist Medienpartner unseres jüngsten Babys, besser bekannt unter dem Namen Wahlbistro.

Diese Woche sind die beiden Inserate, die ich unlängst für das virtuelle Wahlbistro textete, erstmals geschaltet worden. Wurde auch Zeit. Der Wahlkampf für den 30. November sollte jetzt in der entscheidenden Phase sein, ist aber noch immer nicht Stadtgespräch.

wahlbistro_inserat_stadtgesprach_small.jpg

Eine klassische Fehlaussage also. Der Kern des zweiten Inserats passt hingegen ganz gut, finde ich. In den letzten Tagen haben sich ein paar Gemüter ziemlich erhitzt und sich einen Schlagabtausch à la Bern geliefert.

wahlbistro_inserat_schlagabtausch.jpg

Im Zentrum stand die Frage, wer in Bern ins Stadtpräsidium gewählt werden soll.

Zurück zum vergilbten Flugblatt aus dem Jahre 1986. Ich war damals noch minderjährig und versuchte mit anderen, ein “Kaff” zu beleben. Der Auftakt machte das “Disco Fäscht”.

Ich erinnere mich, wie ich das Flugblatt im Februar 1986 zurechtschusterte. Tief in der Nacht. An einer mechanischen Schreibmaschine vom Typ Hermes 2000. Bloss keine Tippfehler machen, bloss gut acht geben, dass die Tasten alle gleich stark angeschlagen werden.

Ergänzend kamen Abreibbuchstaben zum Einsatz. Das sieht grauenhaft aus! Auf Grund von Flecken unten rechts habe ich diesen Teil abgeschnitten.

disco_fascht_small.jpg

Das Logo lieferte die Band – nicht als JPG- oder EPS-Datei, sondern auf Papier. Schwarz-weiss. Für den Schriftzug “Disco Fäscht” – insgesamt interessant ist der Mix von Englisch und Mundart – war eine begabte Kollegin besorgt. Auch sie lieferte auf Papier. Das Schneiden und Kleben und Texten war mir überlassen. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich damals stolz auf das Produkt.

Das “Disco Fäscht” lockte 700 Gäste in die Dorfturnhalle Windisch. Längst ist es für mich eine Legende, romantisch verklärte Nostalgie. Ein paar Reminiszenzen davon erzähle ich Ihnen vielleicht einmal im Wahlbistro.

Eine Parallele hat mich eben selber verblüffend: auch heute geht es mir darum, dass etwas läuft. Der Idealist in mir ist nicht tot zu kriegen.


2 Comments on “Werberisch schreiben: einst und heute”

  1. Müller Reto

    Es zeigen sich Parallelen, Herr Balsiger.

    A) Ich antworte erst heute. Die Zeit fehlte vorher – als erste Person – auf den Beitrag von Freitag. Sorry.

    B) Ich war im FKSL – Mitbegründer und “lange” Vorstand. FKSL? FestKomiteeSemerLangenthal.
    Wir zeichneten damals unsere Partyeinladungen semerlike von Hand.

    … grässlich…. ;-)

  2. Pingback: Schreiben ist…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.