Wasserfallen junior will nicht – wer packts?

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Christian Wasserfallen will nicht in die Exekutive der Stadt Bern. Dieser Entscheid ist klug: Erst gerade 26-jährig geworden hat Wasserfallen junior noch alle Zeit der Welt, in verschiedenen Gremien Einsitz zu nehmen. Vorerst einmal darf er sich jetzt im Nationalrat einbringen. Ich bin gespannt, wie er sich in der FDP-Fraktion positionieren und artikulieren wird. Es kann nicht schaden, wenn dort der Altersmix ein wenig besser wird – Wasserfallen hat, ganz der Vater seelig, Energie für zwei, und ist kein Leisetreter. Die meisten seiner Kollegen haben eine 20-jährige Ochsentour hinter sich.

Die FDP der Stadt Bern ist in einer Situation, die sie sehr herausfordert. Für die Gemeinderatswahlen (für Nicht-Berner: Gemeinderat = Exekutive) im November 2008 ist Barbara Hayoz*** gesetzt und unbestritten. Der zweite Freisinnige in der Stadtregierung, Stephan Hügli, ist seit dem Krawall-Samstag vom 6. Oktober, stark umstritten. Das muss er selber verantworten, zuvor standen seine Chancen für eine Wiederwahl nicht schlecht, wie mein Blog-Eintrag vom 19. März aufzeigt.

Die Gretchenfragen für die FDP:

– Soll sie Hügli die Stange halten oder ihn aus dem Rennen nehmen?
– Falls sie ihn nicht mehr nominieren will: Gibt es eine andere Kandidatur?

Parteipräsident Thomas Balmer hat sich in der Lokalpresse für ersteres ausgesprochen, die Partei will sich allerdings zuerst an einer Klausursitzung mit der Causa Hügli befassen. Die Nomination ist auf Ende Januar anberaumt. So lange werden noch Spekulationen ins Kraut schiessen, Intrigen lanciert und hinter den Kulissen mögliche Papabili angefragt. Hat jemand den Mut, es zu packen? Es müsste wohl ein klassischer Quereinsteiger sein.

Heikel ist der Entscheid vor allem auch deswegen, weil die SVP Druck macht. Ihr Parteipräsident Beat Schori ist in den Startlöchern, er will unbedingt in die Regierung, ein Unterfangen, das 2004 noch deutlich scheiterte. Wenn die SVP ohne gemeinsame Liste (bei Exekutivwahlen eine Besonderheit des Kantons Bern) mit der FDP und anderen Parteien antritt, ist ihr Spitzenkandidat so gut wie gewählt.

Mark Balsiger

*** Transparenz: Meine Agentur konzipierte und führte im Jahr 2004 den Wahlkampf von Barbara Hayoz.

One Comment on “Wasserfallen junior will nicht – wer packts?”

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