SP lanciert eine neue Online-Plattform zur Mobilisierung und Vernetzung der Basis

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Die nationalen Parteien investieren zunehmend in Internet und  Social Media. So überzeugen beispielsweise die Webauftritte von CVP und Grünen. Die SVP geht mit SVP-Wahlen einen Schritt weiter. Eine Innovation stellt die Plattform  “sp-mitmachen” dar, die seit gestern online ist. Ziel ist es, damit über Jahre hinaus Mitglieder in Orts- und Themengruppen sowie in Wahlteams zusammenzuführen und dauerhaft zu aktivieren. Das Wahlkampfblog befragte mit Emanuel Wyler von der SP Schweiz einen der Verantwortlichen.

Herr Wyler*, im Netz tummeln sich immer mehr Angebote, die Politisierende nutzen sollten: Facebook, Twitter, Politnetz, Smartvote, usw. – und jetzt kommt Ihre Partei und präsentiert eine weitere Online-Plattform für Mitglieder und Sympathisanten. Droht ein Overkill?

Emanuel Wyler: Richtig, es gibt einige Konkurrenz für „sp-mitmachen“.  (Man kann sich dort nur umsehen, wenn man ein Passwort bestellt, die Red.) Wir wollen das Experiment aber trotzdem wagen. Es ist bekannt, dass immer mehr Leute abends und auch tagsüber kurz ins Internet gehen, vor allem durch den zunehmenden Gebrauch von Smartphones. Damit ergibt sich auch Raum fürs Politisieren im Internet.

Viele Websites und Facebook-Pages sind angeschimmelt, aber noch immer online, Blogs werden monatelang nicht gefüttert, auf Hunderten von Twitter-Kanälen wird nicht gezwitschert. Wie binden Sie die Parteimitglieder an die neue Plattform, wenn das Online-Bewusstsein noch derart schwach entwickelt ist?

Die Plattform ist vor allem ein Arbeitsinstrument zur Mobilisierung und weniger für die Kommunikation da. Die meisten politisch Aktiven in unserem Milizsystem verbringen sehr viel Zeit mit Administration und Organisation. Weil „sp-mitmachen“ die politische Organisationsarbeit und das Handwerk erleichtert, kann man damit viel Zeit sparen. In den kommenden Monaten müssen wir nun die Leute schulen und sie davon überzeugen, dass sie sich mit der Plattform das Leben einfacher machen. Die Schulungen laufen schon und die ersten Reaktionen sind positiv.

Vor vier Jahren versuchte die SP Schweiz mit Blogs für Furore zu sorgen, was nicht funktionierte. Jetzt kommt sie mit „sp-mitmachen“ – besteht ausserhalb von eidgenössischen Wahljahren überhaupt ein Bedürfnis für das neue Angebot?

Ja, das Bedürfnis besteht innerhalb der SP. Blogs richten sich nach aussen, ans breite Publikum, die neue Plattform an SP-Mitglieder und -Sympathisantinnen und -Sympathisanten. Diese Leute wollen auch im Internet einen Raum, in dem sie sich engagieren können und wo ein Gemeinschaftsgefühl entsteht. Andere Plattformen bieten das weniger, gegenüber Facebook beispielsweise gibt es Bedenken wegen Datenschutz und Sicherheit.

Wir starten jetzt, weil in Wahljahren die Aktivität und das Engagement besonders gross sind. Und wir brauchen zum Starten eine kritische Grösse, damit die Plattform selbständig zum Laufen kommt. Der Planungshorizont geht natürlich weit über die Wahlen hinaus. Wir verfolgen bei diesem Projekt einen langfristigen Ansatz, auch wenn er in der Wahlkampfzeit startet.

Ich bin nicht SP-Mitglied, konnte mir aber bei „sp-mitmachen“ problemlos ein Profil einrichten. Haben Medienschaffende und Parteifremde tatsächlich Zugang oder gibt es bald höhere Hürden?

Grundsätzlich soll sozialdemokratische Politik für alle offen sein, daher sind Hürden nicht eingeplant. Fast alles was auf „sp-mitmachen“ läuft, ist weder geheim noch vertraulich. Und es ist ja gut, wenn viele Leute sehen, was bei der SP läuft. Für alle Fälle sind die Informationen in den Wahlteams, den Orts-, Themen- und Knowhow-Gruppen ja nur den Gruppenmitgliedern zugänglich, d.h. die Gruppen-Administratoren können den Zugang zu diesen Informationen einschränken.

Ist „sp-mitmachen“ der Versuch, echte und dauerhafte Grassroot-Aktivitäten auszulösen?

Das ist natürlich das langfristige Ziel. Wir müssen in den nächsten Jahren aber vor allem daran arbeiten, die Basis der SP zu verbreitern und noch mehr Leute dazu zu bringen, sich mit und in der SP für eine Politik für alle statt für wenige zu engagieren. Die Plattform „sp-mitmachen“ ist nur ein Teil dieser Bemühungen.

Kampagnen haben eher Erfolg, wenn sie top-down geplant und durchgeführt werden…

Bei „sp-mitmachen“ geht es um Bewegungsaufbau. Darum, die Grundvoraussetzungen für unsere Kampagnenfähigkeit zu verbessern. Dafür brauchen wir eine breite, engagierte Barteibasis. Nationale Kampagnen werden weiterhin von der SP Schweiz geplant und durchgeführt, auch wenn es schön wäre, wenn über die Plattform Ideen eintreffen würden. Aber ein grosser Teil der Politik geschieht auf lokaler und regionaler Ebene, und da hilft „sp-mitmachen“.

Was kostet diese Plattform?

Die Plattform wurde extern als Pilotprojekt realisiert und war mit 30’000 Franken sehr günstig.

Wurde in einer langen Beta-Phase schon alles getestet?

Weil es ein Pilotprojekt ist, hatten wir jetzt eine fast zweimonatige Testphase mit einigen Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Diese war aber sehr viel chaotischer und rudimentärer, als Sie sich das jetzt vielleicht vorstellen. Wie gesagt, wir hatten ein Budget von nur 30’000 Franken – dafür aber Freiwillige mit viel Herzblut.

Wie viele Jahre geben Sie „sp-mitmachen“, bis sich diese Plattform durchgesetzt hat?

Ich glaube und hoffe, dass in zwei bis drei Jahren 1000 Leute aktiv auf dieser Plattform sind.

Interview: Mark Balsiger

* Emanuel Wyler ist Mitarbeiter in der Abteilung Kampagnen und Kommunikation der SP Schweiz

14 Comments on “SP lanciert eine neue Online-Plattform zur Mobilisierung und Vernetzung der Basis”

  1. bugsierer

    ich habe heute via twitter schon etwas rumgenörgelt, was da wohl alles hinter einer loginwall verbarikadiert werden müsse. eine schlüssige antwort blieb aus. dann hab ich mich angemeldet und festgestellt, dass da nix, aber auch gar nix ist, was sich lohnt hinter einer loginwall zu verbergen.

    was ich da z.b. unter dem titel “wahlteams” finde sind sehr uninspiriert hingeschlenzte profile von ein paar kandidaten, die man eine art followen kann. der button dazu heisst zwar “beitreten”, aber gezählt werden dann doch follower. der jeweilige text zum kandidaten ist mit “beschrieb” übertitelt… “beschrieb”? – *hüstel*

    anderes beispiel: es gibt auch eine abteilung “KNOW-HOW”. da könnte man mit wenig aufwand zwei dutzend anleitungen für den wahlkampf reinstellen. das würde ich mit einem halben tag googeln und etwas copy/pasten oder verlinken locker hinkriegen. und was ist da? nichts. gar nichts. ein beispiel: von drei angeboten heisst eines “WILDPLAKATE”. tönt interessant, dort könnte man eine kuule anleitung für wildes plakatieren erwarten, es kommt aber nur das:
    https://skitch.com/roetext/f84qg/sp-mitmachen-wildplakate-im-kanton-zurich
    das gewisse nichts, oder?

    aber ok, man soll ja mitmachen. man kann eine eigene know-gruppe anlegen. aber leider ist auch hier alles etwas schepps gedacht resp. unklar aufgesetzt:
    https://skitch.com/roetext/f84un/sp-mitmachen-knowhow-gruppe-erstellen
    ich hatte dann keine lust mehr, da weiterzuklicken.

    was mich auch etwas verwirrt: kein rss, kein twitter, kein blog, keine kommentare – die reinste einbahn. was soll das mit mitmachen zu tun haben?

    ob 30’000 für diese plattform wirklich günstig sind, möchte ich bezweifeln. ausser einer partei kann ich mir jedenfalls keinen auftaggeber vorstellen, der sowas für 30k abnimmt und aufschaltet.

    einen positiven punkt muss ich noch erwähnen: das unsägliche “ja” ist weg. allerdings bin ich nicht sicher, ob sies einfach vergessen haben.

    mein fazit: schlecht gedacht, schlecht gemacht. meine prognose: so wird das nichts.

  2. Emanuel Wyler

    Hallo Bugsierer, und weitere Leserinnen und Leser,

    die Plattform ist noch frisch und neu und hat viele Fehler, und wird noch einige Änderungen erfahren. Darum danke für das Feedback.

    Dann noch einige konkrete Antworten:
    – Die Leute sollen sich als “sich selbst” auf der Plattform bewegen, und als solche diskutieren, Termine verwalten etc. Daher der Login, wo man auch Adresse etc. angeben muss. Das heisst aber tatsächlich noch nicht dass ohne Login nichts sichtbar sein soll, z.B. kann die Aktivitätskarte (oder später die Eventkarte) durchaus auch ohne Login sichtbar sein. Was in den Gruppen ist soll nur für Gruppenmitglieder sichtbar sein, was z.B. in Wahlteams diskutiert wird ist auch nicht gerade für die ganze Welt gedacht.

    – Know-How: Da wird es zu jeder Gruppe ein Wiki geben; bisher ist das was in den Know-How-Gruppen diskutiert und geteilt wird nur für Gruppenmitglieder zugänglich, d.h. man muss Gruppenmitglied werden um zum darin vorhanden Material Zugang zu haben. Das Wiki ist dann das “Fenster nach aussen” für die Know-How-Gruppen.

    – Twitter, etc.: Twitter ist nach wie vor etwas was kaum ein SP-Mitglied hat, Teilen auf Facebook ist möglich. Kommentare bzw. Diskussionen sind in den Gruppen beliebig möglich. Wie gesagt, die Aktivitäten laufen in den Gruppen, die sich grundsätzlich selber organisieren.

    – Kosten: Programmiert hat es Feinheit, das ist eine Bude mit 30 Mitarbeitern, und ziemlich etabliert – und sie haben für deutlich mehr gearbeitet als 30’000 Franken. Der Teufel (und der Aufwand) liegt wie immer im Detail.

    – Bisher haben sich über 300 Leute angemeldet. Seit gestern 150, und 10 davon hatten kleinere technische Probleme. Sonstige Reaktionen bisher waren positiv. Es wird noch viel Arbeit geben, aber mit dem guten Willen der 300+ Aktiven wird das was.

  3. bugsierer

    @emanuel wyler

    den nulligsten aller konter (die seite ist neu und jung und so…) habe ich fast erwartet. sorry, er zählt nicht. mir ist auch klar, dass eine website wächst und beim launch noch nicht perfekt ist. aber eine sog. mitmachplattform aufs netz stellen ohne rss und ohne kommentarmöglichkeiten und mit so vielen kontent-bugs ist keine frage von “wir sind am anfang”. es ist einfach schlecht gemacht, basta.

    ok, es ist nicht alles für alle welt gedacht… aber tschuldigung, warum kann ich mich dann mit wohnort budlef statt burgdorf anmelden? und warum ohne irgendwelchen opt-in-dings? da kann sich ja die halbe svp einfach anmelden und heftigst die kapitalismusabschaffung unterwandern. wollt ihr eine interne oder eine offene plattform? wenn nur intern, dann ist eure login-wall für die katz, wenn ihrs öffentlich wollt, auch.

    aktivitätskarte? eventkarte? tschuldigung: was ist das? wo wird das erklärt? wie viele solche gimmicks soll euer user lernen?

    ich bin jetzt doch mal einer dieser know-how-gruppen beigetreten. und was passiert? es kommt die meldung: “Du hast eine Anfrage an den/die Admin der Gruppe Strassen-Kampagnen in Zürich geschickt.” und jetzt? bekomm ich bescheid? wann? und überhaupt: schon wieder ne wall… ts – und mit allen diesen walls wollt ihr onliner und citoyens abholen? ich bleibe dabei: so wird das nix.

    ahhh… ein wiki gibts auch noch? das steht aber nirgends. und das müsste zwingend irgendwo VOR dem nächsten schritt angeteasert oder irgendwo erklärt werden. was ich bei diesen know-how gruppen sehe bevor ich beitrete, ist kontentmässig weniger als null und nach dem beitreten kommt schon wieder so eine wall… so wird das nix.

    und noch ein wort zu wiki’s: wenn ich sehe, wie sich sp’ler im netz bewegen, zweifle ich ernsthaft, ob sie ein wiki bedienen können. wikis können die wenigsten leute wirklich bedienen. ausser den 50k aktiven europäischen wikipedianern haben das schätzungsweise noch weitere 50k europäer drauf und dann ist aber ende wiki (macht auf die deutschschweiz runtergerechnet ca. 500, also ca. 5 sp-wähler). du sagst ja selber, dass die meisten nicht mal mit twitter klarkommen, was man auch sieht, wenn man eure leute immer mal wieder followt. wobei, muss man sagen, ernsthafte onliner bei den anderen parteien auch eher selten sind.
    henusode, ich bin mal gespannt auf diese wikis.

    ob feinheit 3 oder 30 oder 300 leute hat, ist mir schnuppe (eigentlich verwunderlich, so ein argument ausgerechnet aus der sp-küche zu hören…) und “etabliert” ist ein sehr relativer begriff in dieser branche (zu der ich selber gehöre). dass man für gemeinnützige institutionen mehr arbeitet als gage bezahlt wird, ist völlig normal und keine entschuldigung für nix. der gute alte hermann strittmatter hat seinerzeit als ggk-ikone alles gratis gemacht für die sp.

    die 300 angemeldeten leute sagen was genau über den erfolg eurer plattform? nach meiner wahrnehmung sind das für eine 20% partei keine berauschenden zahlen. – aber schauen wir mal, wies in 1 monat aussieht.

    gut… ich habe jetzt mal auf der startseite auf den button “anleitungen für sp-mitmachen” gedrückt. dann kommt als erstes dieser satz: “www.sp-mitmachen.ch ist offiziell publik gegangen! Danke allen bisherigen Testerinnen und Tester, und ein herzliches Willkommen allen neuen Benutzerinnen und Benutzern.”

    leider hat dieser erste satz nichts mit dem in aussicht gestellten inhalt zu tun. und später muss ich mir dann PDFs runterladen, um mich schlau zu machen. PDFs? als betriebsanleitung für eine mitmachplattform? – item, ich habs runtergeladen. es kommt ein einseitges PDF, unteridisch gestaltet mit hässlichem blocksatz. das erste drittel hat mit anleitung NICHTS zu tun, sondern wiederholt infos, die ich schon weiss und die hier nicht hingehören.

    ausserdem werde ich schon in der dritten zeile wieder auf eine url verwiesen, wo dann die richtige anleitung kommen soll, allerdings funzt der link auf diesem PDF nicht. egal, es ist bescheurt, dieses pdf, weil die restlichen ⅔ des textes zur kapierung dieser seite nichts beitragen. – voilà:
    https://skitch.com/roetext/f8h4u/einsteigen-bei-sp-mitmachen-2.pdf

    noch ein letzter punkt, die profile. ich kann zwar in meinem profil meinen twitteraccount hinterlegen, aber wenn ich in der mitglederliste auf eines der profile klcke, kmmt wiedermal das gewisse nichts, und das sieht so aus:
    https://skitch.com/roetext/f8h5i/sp-mitmachen-profil-von-roland-rosch
    muss ich aufzählen, was da alles fehlt?

    henusode – je länger ich mich mit dieser plattform beschäftige, desto mehr bin ich erstaunt, dass eine der grössten parteien sowas halbgares für 30k einkauft und auch noch online geht. – ich erhöhe meine wette auf 3 flaschen edelzwicker: so wird das nix.

  4. Emanuel Wyler

    Na gut, diskutieren bringt es glaube ich nicht, wetten umso mehr – 3 Flaschen Edelzwicker kann man machen. Nur: wie stellen wir “objektiv” fest ob es etwas wird oder nix wird?

  5. bugsierer

    @emanuelwyler

    okay, ich verstehe: ich nehme mir relativ viel zeit für ein feedback, probiere aus, klicke nicht einfach weg, bringe mich ein – und du stellst mich als einen hin, der nicht diskutieren, sondern nur wetten will. supi.

    typisch sp, bin ich versucht zu sagen. aber das ist falsch, es ist noch schlimmer, es ist typisch politfritzen, um es mal etwas burschikos zu sagen. und: ihr unterscheidet euch nur wenig von den medienfritzen, die auch latent kritikunfähig sind und mit dem netz ähnlich naiv umgehen.

    beides ist ein jammer für unsere gesellschaft. zum haarölbisle… wie man im emmental sagt.

    aber zurück zur wette. eigentlich war sie ironisch gemeint. und eigentlich sollte ich wissen, dass ironie meistens nicht verstanden wird. aber das ist ein anderes thema. und deshalb gebe ich dir recht, mein wettangebot ist für das reale wettgeschäft untauglich. aber ich bin kein wettbüro.

    allerdings sind meine echolote im netz gut geeicht. ich bemühe mich als oldie, den überblick nicht zu verlieren. aber da ist es, soweit ich das überblicken kann, in sachen sp-mitmachpalttform seit tagen relativ still. oder hab ich was übersehen? wenn ja, bitte ich um links.

    gut – mit dem termin habt ihr pech gehabt, weil gleichzeitig auch noch G+ aufgepoppt ist. da ist es natürlich schwierig im aufmerksamkeitsmarkt. künstlerpech.

    bevor ich mich nun aus dem thread verabschiede: dass ausgerechnet hier, in einem relativ prominenten politblog, keiner was sagt, ob positiv oder negativ, sagt ja auch schon was. oder?

  6. Lupe, der Satire-Blog

    auch wenn bugsierer im letzten beitrag etwas zu angepisst reagiert (hart austeilen und hyperempfindlich reagieren, passt irgendwie nicht), muss ich ihm recht geben, was die walls anbelangt.

    ich habe schon zu beginn gestoppt, weil ich mich mit allem dies und das hätte anmelden müssen, wer kauft schon die katze im sack. ich melde mich nicht mal zum kommentieren an, wenn eine seite oder ein online-medium zu viele details verlangt.

    emanuel, prinzipiell finde ich, man sollte ziemlich weit in eine seite gelangen, ohne sich registrieren zu müssen. wer dann interesse hat, kann sich dann für sonderfunktionen (kommentieren, gruppenmitgliedschaften, parteiinternas etc.) anmleden. ohne gluschtig machen, kommen höchstens sp-ler, weil die fast müssen. sympis wollen zuerst mal ein bisschen schnuppern.

    das mindeste, wenn ihr die seite schon so abschotten wollt, und trotzdem anmeldungen generieren wollt, wäre, wenigstens auf der “mitmachen-seite” ein paar screenshots mit erläuterungen aufzuschalten, die zeigen, was sache ist, was gemacht werden kann. aber wie gesagt, viele teilnehmer erhaltet ihr nur, wenn ein grossteil für alle ohne wall zugänglich ist.

  7. Bobby California

    «Hart austeilen und hyperempfindlich reagieren, passt irgendwie nicht»: Stimmt. Kommt mir bekannt vor. Auch die Message «so wird das nix» bringt der Herr Bugsierer immer wieder bei Hinz und Kunz an, zuletzt im Infamy-Blog, wo es um das neue Journal de Bâle geht: «kein rss, kein twitter, nicht mal einen facebook link auf der website. dazu ein äuuserst knappes impressum und ein “mission statement”, wie es eine pfaditruppe nicht unverbindlicher hinkriegen würde. – so wird das nix, kollegen» – fast wörtlich die gleiche Message, im gleichen unfreundlichen Ton vorgetragen… ts…

  8. bugsierer

    @lupe
    na ja, wenn ich mir so viel mühe gebe (als einer der ersten und einzigen weit und breit) und dann nur plattitüden zurückbekomme, bin ich amigs extra etwas angepisst.

    @bobby
    gut, dass du das erwähnst. die basler haben das gleiche problem wie sp-mitmachen und viele andere neugründungen der letzten monate, darum schlenzt es mit amigs fast die gleichen texte aus den fingern. aber ich tüftle momentan an einer interaktiven klickliste, in der man die grundsätzlichen mängel solcher projekte einfach anklicken kann. gemach, bobby, bald kannst du dich an listen abarbeiten und zurückklicken. dann hast du mehr zeit für deinen traumjob als anonymer qualitätsjournalist. gut, oder?

  9. Emanuel Wyler

    Guten Abend allerseits

    Also, ich bin froh um die Kritik, von bugsierer (auch wenn es sehr hart ausgeteilt ist…) wie von allen anderen. Die screenshots auf der Frontseite ist etwas was wir wohl einfach machen können (slideshare embed o.ä.); gleiches gilt auch z.B. für die Aktivitätskarte, die man sichtbar machen könnte.

    Seit der Lancierung am Freitag (vorher hatten wir eine Art beta-Stadium mit gut 100 Nutzern, jetzt sind es 400) haben wir massig Feedback erhalten; natürlich vor allem von SP-Mitgliedern (dazu später), die grösstenteils erfreut sind über die Plattform. Das sind wir jetzt am verarbeiten.

    Zu konkreten Punkten:
    – Twitter, RSS etc.: Ja, ist wichtig, aber die obere Prioritäten. Die meisten unserer Mitglieder, auch die die sp-mitmachen verwenden, wollen und nutzen neben Facebook keine weiteren Features. Wichtiger sind Möglichkeiten um Infos und Aktivitäten sichtbar zu machen. Also wird es erst in späteren Releases geben.

    – Blog, Kommentare: Im Moment ist es so dass innerhalb der Gruppen diskutiert wird. Einen Blog für alle gibt es nur auf der Startseite. Da sind wir am Bedarf abschätzen, bei den vielen Kommentaren bisher ist das nicht gewünscht worden.

    – Login-Wall: Das ist vielleicht der wesentliche Punkt: Die Plattform ist keine Kommunikationsplattform, sondern ein Organisationstool für die Leute, die sich konkret on- und offline für sozialdemokratische Politik engagieren wollen. Das können (und sollen) natürlich auch Nicht-SP-Mitglieder sein, auch wenn es sich im wesentlichen an diese richtet. Aber wenn man sich politisch engagieren will, ist die Angabe der Adresse noch die kleinste Hürde. Wenn jemand mit SP-Mitgliedern und «der SP» über Politik diskutieren will, gibt es andere, viel besser geeignete Kanäle – zum Beispiel unsere Facebook-Seite, die jeder ohne Umstände abonnieren kann und jeder Kommentar und jede Diskussion beantworten will.

    – Wie gesagt, es sind jetzt 400 Users; viele davon kennen wir mehr oder weniger persönlich. Wir haben heute damit angefangen, «Community-Manager» zu rekrutieren, die in ihren Gruppen für Aktivität sorgen. Also Leute in ihre Gruppen reinholen, regelmässig Nachrichten an alle Gruppenmitglieder schicken, Diskussionen beleben etc. Auch die ganze Terminverwaltung sind wir daran auf die Plattform umzustellen, also dass die Kantonalparteien, Wahlteams etc. ihre Veranstaltungen und Aktionen eintragen, ebenso die SP Schweiz, und via Kalender-Abos dann gemergte Kalender gemacht werden können, usw. …

  10. Ruben

    @bugsierer: deine kritik in ehren, aber du weisst ja: der ton macht die musik. feedback wird sicher geschätzt, das hat emanuel ja auch mehrfach gesagt, aber deine kommentare schlagen einem die unfreundlichkeit und extra-übertriebene stimmung förmlich ins gesicht. man kann sowas doch auch ganz normal vortragen…

  11. bugsierer

    @ruben
    ok, mein ton ist für newbies vielleicht etwas gar träf. höre ich nicht zum ersten mal.

    darum jetz extra für dich extra konkret:

    ich hab mich nach 5 tagen wiedermal eingeloggt und bisserl umgeschaut auf sp-mitmachen. aufschlussreich sind z.b. die “ortsgruppen”, resp. die anzahl followers.

    die grösste “ortsgruppe” ist “sozis im kanton zürich” mit 44 followers, die zweitgrösste ist “sp kanton bern” mit 20 followers, der rest der ca. 75 “ortsgruppen” zählt mehrheitlich zwischen 1 und 5 followers.

    das kommt mir ehrlich gesagt in etwa vor wie in den 70ern, als ich an einer juso-sitzung sass und der vorsitzende mit 10 anwesenden 7 arbeitsgruppen auf die beine stellen wollte…

    dann gibts da noch “themengruppen”. im moment sind es gut 30. die grösste ist “atomausstieg und 100%” (was für ein bescheuerter titel) mit 39 followern, die zweitgrösste ist “fanclub von sp-mitmachen” (was für ein oberbescheuerter titel) mit 21 followern, die drittgrösste ist “öffentlicher verkehr” mit 17 followern. die meisten anderen “themengruppen” haben 1-5 follower.

    dann gibt es noch “wahlteams”. im moment deren 18. hier steht auf dem spitzenrang pascale bruderer mit 20 followern, die anderen 17 “wahlteams” wurden für mir unbekannte kandidatinnen und kanditaten ins leben gerufen, mit mehrheitlich 1-10 followern.

    auch wenn jetzt sommerferien sind, halte ich diese zahlen für einen veritablen schiffbruch. die sp hat 35’000 mitglieder, sie hat 20% wähleranteil – und nicht mal die bekannte und beliebte pascale bruderer bringt es auf dieser wahlplattform auf mehr als 20 follower.

    @emanuel
    eure bemühungen in ehren, aber als user interessieren sie mich nur bedingt. was ich heute auf der plattform sehe, hat nix zu tun mit dem, was du in deiner replik verlautbarst. ich sehe auf der startseite nirgends ein blog. ich sehe keine diskussionen in irgendwelchen gruppen, schon gar keine belebten. ich sehe nichts, was nach organisationstool ausschaut. und das geilste finde ich die “gemergten kalender”, haha, da weiss sicher jeder sp-ler, was das ist, klar…

  12. bugsierer

    schreibe meinen erfahrungsbericht jetzt hier einfach mal fort:

    – habe heute eine freundschaftsanfrage von julia bekommen und sie angenommen. dabei festgestellt, dass ich inzwischen in das wahlteam von pascale bruderer aufgenommen worden bin. dort sieht es so aus:
    https://skitch.com/roetext/fjxjg/sp-mitmachen-pascale-bruderer-wyss-in-den-standerat

    wenn ich rechts in den grünen links auf “diskussionen” klicke, kommt das:
    https://skitch.com/roetext/fjxkg/sp-mitmachen-diskussionen-der-gruppe-pascale-bruderer-wyss-in-den-standerat

    ok, nichts los irgendwie. wenn ich bisschen weiter oben auf “agenda” klicke, wo vielleicht wenigstens EIN termin stehen könnte, kommt das:
    https://skitch.com/roetext/fjxmt/sp-mitmachen

    für den juli ist da also noch nix erfasst. ok, sind ja auch ferien, geschenkt. leider kann ich nicht in den august oder den september weiterblättern. überlege kurz, ob ich mir einen google alarm anlegen soll, um am 1.9. wieder auf “agenda” zu klicken. lasse es aus hitzegründen bleiben.

    schaue noch kurz bei den themengruppen vorbei. dort ist immer noch “atomausstieg und 100%” auf dem spitzenplatz, mit 45 followern (vorwoche 39).

    entdecke eine neue themengruppe mit 1 follower mit dem titel “sp-büezerinnen”, will mich provokativerweise anmelden und sehe, dass der eine follower einer mit schnauz ist und dass es nicht um büezerinnen geht, sondern um… keine ahnung, sehen sie selbst:
    https://skitch.com/roetext/fjxxg/sp-mitmachen-sp-buezerinnen

    ach, ich bin noch mitglied der ortsgruppe sp kanton bern, ich schaue kurz vorbei, auch dort das gewisse nichts, sehen sie selbst:
    https://skitch.com/roetext/fjx1d/sp-mitmachen-sp-kanton-bern

    ich bleibe dran.

  13. Mark Balsiger

    Lassen wir es damit bewenden. Ich zähle nicht zu den Defätisten und hoffe für die SP, aber auch alle anderen Parteien, dass sie Plattformen aufbauen und betreiben können, die nützlich sind und einen grossen Zuspruch finden.

    Bugsierers Feedbacks dürften der SP weiterhelfen, mit seiner Tonalität können sie leben. Nehme ich an.

  14. bugsierer

    ok, lassen wirs damit bewenden. nur noch dies: ich bin auch kein defätist. aber ich bin etwas erschüttert darüber, dass eine 20%-partei so etwas an den start bringt und habe das zwar etwas süffisant dargestellt, aber doch immerhin mit beispielen und argumenten untermauert.

    ich staune übrigens in solchen diskussionen immer wieder, dass am ende alles auf den ton hinausläuft, den sich irgendjemand nicht gewohnt ist. ich glaube nicht, dass ich da zu süffisant war, wenn ich z.b. lese, wie sich der doyen der schweizer werbeszene, hermann strittmatter, zum neuen auftritt der stadt zürich im tagi print zitieren lässt: “ein beliebiger, globaler tingel-tangel-bullshit – banal, trivial, überflüssig”.

    da war ich doch in meinem ton direkt noch gemütlich, oder?

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