Radio 1 erhält eine Konzession, Energy Züri und TeleZüri gehen leer aus

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Diese Entscheidungen reissen tiefe Gräben: Auf dem Platz Zürich erhält Roger Schawinskis “Radio 1” neu eine Konzession, leer ausgeht dafür “Energy Zürich” (gehört Riniger). Nach 25 Jahren wurde diesem Privatsender also der Stecker herausgezogen. “Radio 24” (Tamedia), der direkte Konkurrent von “Energy Zürich”, bleibt auf Sendung.

Neu auf UKW mitmischen kann auch Giuseppe Scaglione mit seinem “Radio Monte Carlo Züri”.

Unter der Fernsehstationen kriegt “TeleZüri”, das seit ein paar Jahren Tamedia gehört, keine Konzession mehr. Dafür erhielt im Grossraum Zürich neu “TeleTop” den Zuschlag.

Das Uvek hat die Konzessionen für Radio und Fernsehen erteilt, Bundesrat Moritz Leuenberger erklärt seine Entscheidungen in diesen Minuten vor den Medien. Bereits in Stellung sind die Juristen, es wird eine Reihe Einsprachen geben.

Insgesamt beweist das Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) Mut. Sie geben Neuen eine Chance und bemühen sich, salopp, ausgedrückt, die “Spielwiese” zu vergrössern. Die Kriterien publizistische Qualität, Vielfalt und regionaler Bezug standen im Vordergrund.

Fragen, die sich in den nächsten Tagen und Wochen stellen:

– Wer hat besser lobbyiert?
– Sind die Entscheidungen politisch motiviert?
– Ging es darum, die Vormachtstellung von Tamedia und Ringier zurückzubinden?

Schliesslich: Wird sich die publizistische Qualität der elektronischen Medien auf dem Platz Zürich tatsächlich verbessern, nachdem die Entscheide des UVEK zu einem veritablen Erdbeben geführt haben?

6 Comments on “Radio 1 erhält eine Konzession, Energy Züri und TeleZüri gehen leer aus”

  1. Michael Gisiger

    In meinen Augen stellt sich wie immer einzig die folgende Frage: Machen diese Konzessionen überhaupt Sinn? Sie erhöhen die Markteintrittskosten um ein Vielfaches, so dass nur noch Projekte mit potenten Investoren im Hintergrund reüssieren können. Alternative (Nischen-)Angebote bleiben auf der Strecke bzw. Sender wie RaBe usw. werden gnädigerweise in einem sehr eng gesteckten Biotop geduldet.

    Die Konzessionen (UKW-Frequenzen sind beileibe kein knappes Gut und mit der Digitaltechnologie werden Frequenzen sowieso obsolet) sind also hauptsächlich verantwortlich für den gegenwärtigen “Einheitsbrei” und die “schlechte Qualität” der privaten Anbieter.

  2. Michael Gisiger

    Kleine Korrektur: Natürlich machen DVB-T u.a. Frequenzen nicht obsolet – aber sie verdoppeln bis versechsfachen die zur Verfügung stehenden Kanäle, je nach Art und Auflösung.

  3. Studer

    Wenn der Energy Zürich nicht mehr gesendet wird höre ich kein Radio mehr. Das heisst, dann ist Radio für mich ein Fremdwort. Was ist dann so schlimm an Energy Züri? Ist der Beste Sender. Zu Hause höre ich immer Energy Züri. Radio 1 sollte keine Konzession bekommen.Wieso braucht es so eine blöde Konzession? Energy muss bleiben. Wenn nicht, passiert etwas. Einfach mein lieblings Sender raus schmeissen. Gahts eigentlich no!!!

  4. Reto

    Meiner Meinung ist der Entscheid korrekt. Ich bin leider gezwungen Radio Energy im Betrieb zu hören…die Moderatoren sowie die Nachrichten, Themensendungen etc…sind echt gut. Ausschlaggenben ist natürlich auch das Musikprogramm. Kann es sein dass PINK 20-mal am Tag gespielt wird, wie andere aktuelle Chart-titel auch….???? wo bleibt da die Abwechslung? Da kann Energy noch ne menge von anderen Radiosendern lernen…oder eben auch nicht :-)

  5. Cornelia

    Ich höre auch Energy Züri. Ich finde den Sender gut. Ich muss auch sagen, es stört, wenn das eine Lied immer und immer wider läuft… Doch die super motivierten Moderatoren, die gut zusammengefassten Nachrichten sowie die lustigen Spiele und Aktionen zwischendurch machen dies wider gut! Doch es ist so oder so Geschmackssache… Ich selber denke, dass dies alles eine sehr miese Sache ist. Es macht mich wütend! Radio 1, dass Radio für Erwachsene… Wenn ich genügend Geld und genügend Vitamin B hätte würde ich prompt auch ein Sender eröffnen… Ich fühle mich ein bisschen verarscht… und vorallem denke ich, dass dies die Jugendlichen erst recht provoziert…

  6. Dieter Stephan Speidel

    Wäre das in Russland geschehen, hätte man gesagt ” die ewigen Diktatoren machen grad so was sie wollen”. Ist jedoch in der Schweiz geschehen, also meint man es sei demokratisch. Ich bin der Meinung der Markt soll entscheiden und hat entschieden mit Energy. Der Bund muss Platz schaffen für die Entscheide des Marktes und kein diktatorischen Entscheide fällen. Und wenn das Gesetz so ist, dann muss es schleunigst an den Markt angepasst werden! Energy muss bleiben!!

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