Politwerbung: giftig, dumpf, armselig

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Politische Werbung, die es intelligent auf den Punkt bringt, hat in der Schweiz keine Tradition. Eine Aussage, die ich seit mehr als zehn Jahren immer wieder mache. Auch nach dem siebten oder achten Betrachten dieses Sujets, das gestern aus dem Giftschrank genommen wurde, sehe ich keine Veranlassung, meinen Befund zu revidieren.

Für die Verrohung der politischen Kultur in unserem Land ist vor allem die SVP verantwortlich. Wenn aber die politische Linke zu denselben Methoden greift – im Diskurs wie in der Werbung – ist das genauso dumpf. Und hilflos dazu.

Die SVP zu dämonisieren bringt nichts. Das ist kein Programm. Mit diesem armseligen Gift-Sujet gewinnt man keine Volksabstimmung, man holt sich lediglich den Applaus der Gesinnungsgenossen, die auch stets wissen, was richtig und was falsch ist.

Sujet: ausschaffungsinitiative-2xnein.ch

5 Comments on “Politwerbung: giftig, dumpf, armselig”

  1. Alice Gabathuler

    Genau das, was Sie hier schreiben, habe ich vor einigen Jahren “meiner” Partei (der SP) auch gesagt – und bin ausgetreten.

    Schon damals stand die SP wie das Kaninchen vor der vermeintlichen Blocherschlange und kreierte Plakate, die himmelschreiend waren.

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  3. Alexander Müller

    Herr Balsiger, ich teile Ansicht über politische Werbung in der Schweiz überhaupt nicht.

    Wie in der Privatwirtschaft, muss sich Werbung auch in der Politik von der Werbung der Konkurrenz abheben. Es gilt auf einfach Art und Weise die Kernbotschaft zu transportieren. Dabei behilft man sich auch des Mittels der Provokation um Aufmerksamkeit zu erzielen.

    Das gelingt den politischen Parteien recht Gut. Insbesondere die Plakate der SVP haben bereits Kultstatus. Jeder kennt sie und jeder weiss worum es geht. Das ist das entscheidende und das ist auch ein wichtiger Erfolgsfaktor.

    Das abgebildete Plakat dürfte ein verspäteter Konter auf das Giftmischerplakat der SVP sein. Die Botschaft dürfte wohl sein, dass die SVP mit der Ausschaffungsinitiative das Klima vergiftet. Ich teile diese Botschaft freilich nicht, denn ich bin für die Ausschaffungsinitiative. Doch das Plakat ist für mich völlig okay. Ich habe damit kein Problem. Das Schäfchen-Plakat ist freilich besser und hat auch mehr Aufmerksamkeit erzielt.

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  5. Titus

    @ Alexander Müller

    Solche Sujets vergiften eben auch die politische Kultur. Und: Es geht hier doch nicht um die SVP, obschon man beim Begriff «SVP-Ausschaffungsinitiative» meinen könnte, die SVP würde bald ausgeschafft.

    Doch Spass beiseite: Wann steht dort nicht mehr bloss der Name einer Partei, wann wird dort der Name einer Person stehen? Wenn es dann soweit ist, sprechen wir noch weniger über Inhalte.

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