Goldgräberstimmung bei den Verlegern?

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Newsflash des “Klein-Report” vom Mittwochnachmittag, 15. August 2007

«Basler Zeitung» plant neue Pendlerzeitung

Die «Basler Zeitung» (BaZ) plant eine Pendlerzeitung. Das neue Produkt soll noch in diesem Jahr in der Nordwestschweiz auf den Markt gebracht werden, wie die BaZ am Mittwoch auf ihrer Website mitteilte. Der Name der neuen Zeitung steht noch nicht fest. Entwickelt werden soll sie gemeinsam mit der Zürcher Tamedia («Tages-Anzeiger») und der Espace Media Group («Berner Zeitung»). Die neue Zeitung soll frühmorgens in Zeitungsboxen in den Regionen Basel, Bern und Zürich aufliegen. Inhaltlich setzt die neue Gratiszeitung auf News für Schnellleser. Hintergrundinformationen und Kommentare sowie die Informationen aus der Region erscheinen weiterhin exklusiv in der BaZ, wie es weiter heisst. Das neue Produkt wird in den von den drei Verlagen gemeinsam betriebenen Inserateverbund «Metropol» integriert.

Offensichtlich herrscht Goldgräberstimmung bei den Schweizer Verlagshäusern. Oder ist es die nackte Angst vor der nächsten Baisse, die zu solchen Projekten führt? Nach “20 Minuten” – seit geraumer Zeit mit Splitausgaben in Zürich, Basel, Luzern und Bern sowie in der Romandie -, “heute”, “le matin bleu” und ab September “.ch” von Sacha Widgorovits drängt es nun also noch ein Gratisblatt auf den Markt. Es ist die Antwort auf “.ch”. Da droht keine Verdrängungskampf, sondern ein echter Zeitungskrieg. Eine Interpretation drängt sich auf: Die drei Verlagshäuser in Bern, Basel und Zürich wollen den Mitkonkurrenten “.ch” mit vereinten Kräften ausbluten lassen.

Schöne neue Zeitungswelt: An den Bahnhöfen Basel, Bern und Zürich wird man schon im Herbst mit drei Gazetten bedient. Und wer soll das alles lesen? Mein Bürokollege Suppino brummte eben: “Die BaZ würde besser eine gute Zeitung machen als Geld in ein überflüssige Pendlerblatt zu stecken.”

Mark Balsiger

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