Die SP irgendwo zwischen schmelzenden Polen, jungen Frauen und Filzfinken

Publiziert am

Seit einigen Tagen ist in verschiedenen Bahnhöfen des Kantons Bern dieses Plakat ausgehängt. Eine klassische Teaserkampagne.

Jetzt ist klar, welche Partei dahinter steht. Es ist die SP. Sie hielt heute ihren Parteitag ab und lancierte dabei das Berner Energie-Manifest. In ihrer Kampagne für die kantonalen Wahlen vom 28. März auf das Thema Energie zu setzen, hat zweifellos Potenzial.

Bloss: Was soll der Teaser mit der jungen Frau? Was ist ihr Problem: Keine Lehrstelle, der Bus vor der Nase abgefahren, zu viel getrunken, vom Freund verlassen? Alles ist möglich. Beliebigkeit statt eine klare Message. Die SP hat die Gelegenheit verpasst, pointiert mit einem Thema auf sich aufmerksam zu machen. Dabei stand das richtige Teasersujet bereit, auf der Website des Energie-Manifests:

Parteien stehen für ihre Kampagnen in der Regel sehr bescheidene Budgets zur Verfügung. Umso wichtiger wäre es darum, dass sie ihre Aktivitäten stringent bündeln. Auch nach dem Klimagipfel in Kopenhagen bleibt das Thema Energie weit vorne auf der Agenda – das müsste man nützen.

Wie eine Partei erfolgreich auf ihr wichtigstes Thema fokussiert, zeigt die Stadtzürcher SP. Sie verteilte diese Woche eine Broschüre in alle Haushaltungen. Die grafische Gestaltung ist gelungen, die Bilderwelt stimmig, jeder Satz passt, Emotionen werden geweckt. Und auf der Frontseite wird die Wohnungsnot mit Filzfinken thematisiert. Dieses Problem brennt vielen Menschen in Zürich auf den Nägeln. So punktet die SP bei der Basis – und darüber hinaus.

2 Comments on “Die SP irgendwo zwischen schmelzenden Polen, jungen Frauen und Filzfinken”

  1. Titus Sprenger

    Als ich das Plakat sah, dachte ich eigentlich genau nicht an die SP, zu offensichtlich schien mir der Link «Junge Frau – SP». Nun denn, vielleicht wird das nachfolgende Plakat besser.

    Zu den Filzfinken: Beim Lesen dieses Wortes oben im Text dachte ich tatsächlich sofort an den politischen Filz… Aber man soll von sich ja nicht auf andere schliessen.

    Schade finde ich eigentlich nur, dass von den sieben Fragen im Tagi fünf auf diese Pantoffel-Sache anspielen, so als ob man unbedingt etwas herbeireden bzw. -schreiben möchte.

  2. Reto Müller

    Mir gefällt die grafische Umsetzung auch sehr gut.

    Die Filzfinken in Zürich finde ich übrigens auch sehr originell und den diesbezüglichen Tagi-Bericht untersütze ich voll und ganz. So. Das wollte ich eigentlich schon in den Skiferien mitteilen. Das war vor ein paar Tagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.