Wahlen, die keine Wellen werfen

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Noch acht Tage, dann wissen wir, wer in die Stadtberner Exekutive einzieht. Obwohl drei Sitze neu zu vergeben sind und ein bisheriger wackelt, ist nur ein Plätschern zu vernehmen. Das Rennen auf der Mitteliste und beim Bürgerlichen Bündnis ist offen, ein echter Wettstreit um die besten Ideen bleibt dennoch aus.

Die Primärakteure streiten ein wenig über Wirtschaftsförderung und Sportanlagen, sie schneiden Parkhäuser und Poller an, sie äussern sich zu Steuern und Wohnungsbau, und ja, sie haben auch eine Meinung zur Reitschule. In die Tiefe gehen die Positionsbezüge kaum, kein Thema entwickelte bislang Dynamik. Kurz: Die Stadtberner Wahlen werfen keine Wellen.

Ein Aspekt, der bisher kaum Beachtung fand: Zum ersten Mal seit den Achtzigerjahren haben die Kandidatinnen und Kandidaten von drei verschiedenen Listen reele Chancen, gewählt zu werden. Seit 1992 standen sich jeweils immer nur zwei grosse Blöcke gegenüber: RGM zur Linken sowie die Bürgerlichen.

Wie die Gemeinderatswahlen von 1992 bis 2008 ausgingen, zeigt die nachfolgende Grafik, die Resultate in Prozentpunkten:

Das “Ratiburgern”, wer das Rennen macht, ist unter politisch sehr Interessierten en vogue. Im Verlaufe der letzten Wochen hörte ich viele Versionen und Begründungen, weshalb Kandidatin X die Nase vorn haben werde und weshalb Kandidat Y am Schluss alle überrasche. Das Stimmvolk wird von diesem Fieber kaum angesteckt.

Als Reminder die Plakate der drei Listen:

Fotos: BZ, mit freundlicher Genehmigung der Berner Zeitung BZ

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