Didier Burkhalter will Bundesrat werden – wie reagiert Fulvio Pelli?

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didier_burkhalter1_keystone Neuenburgs Ständerat Didier Burkhalter will Bundesrat werden. Das hat der aussichtsreichste Vertreter der welschen Radicaux gestern Abend bekanntgegeben. Die Nomination, die der Kantonalvorstand der FDP Neuenburg gestern Abend vornahm, war eine reine Formsache. Es wäre ein denkbar merkwürdiges Signal gewesen, wenn Burkhalter von seinen Neuenburger Kollegen nicht einstimmig auf den Schild gehoben worden wäre.

In den letzten zwei Wochen kamen Zweifel auf, ob Burkhalter überhaupt für die Couchepin-Nachfolge kandidieren wolle. Er schien in der Tat zu zögern, was ihm in den Medien den Ruf eines “Zauderers” eintrug. Womöglich war dieses öffentlich gemachte Zögern aber eine geschickte Finte. So rückte der zweite heisse Kandidat, Fulvio Pelli, in den medialen Fokus und wurde schnell zum Favoriten geschrieben.

Wer früh in der Pole-Position ist, kann dort verglühen

Dieses mediale Interesse schadete Pelli, weil sein Tessiner Umfeld näher untersucht wurde, was Pelli nicht zum Vorteil gereicht. Vielleicht war genau das die Absicht Burkhalters. Wer früh, zu früh in der Pole-Position ist, kann dort verglühen. Die Liste der so gescheiterten Anwärter ist lang.

Die Frage ist, wie Pelli nun reagiert. Wartet er ab, etwa auf echte oder vermeintliche Enthüllungen über Didier Burkhalter? Spekuliert er darauf, erst kurz vor Schluss der Anmeldefrist (10. August) oder gar erst vor den entscheidenden Gesprächen der Bundeshausfraktion definitiv ins Spiel zu kommen? So viel ist sicher: seine Tessiner Kollegen werden vieles daran setzen, Pelli noch zu lancieren. Sie werden es dann tun, wenn es ihm am ehesten nützt.

Es ist auch möglich, dass Pelli seine Ambitionen klammheimlich begräbt, obwohl er ja bislang offenliess, ob er nun kandidieren will oder nicht. In den nächsten Wochen kann noch vieles passieren.

Mark Balsiger


Foto Didier Burkhalter: keystone

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