Bundesratswahlen (II): Die Nobodys

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Bundesrat kann jeder werden – theoretisch. Das einzige Wahlkriterium: mündiger Schweizer Bürger zu sein. Mehr als 4,5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer erfüllen dieses Kriterium. In der Tat machen bei allen Vakanzen ein paar Unentwegte völlig unbekannte Personen bei den Bundesratswahlen mit. Heute sollen es 18 sein.

Weshalb kandidieren sie? Aus Jux? Weil sie eine Wette verloren haben? Weil sie darauf hoffen, einmal für einen langen Atemzug im Scheinwerferlicht stehen zu können? Sind es schlicht Spinner? Ich weiss es nicht. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ein solcher Kandidat einmal porträtiert wurde. Eigentlich schade.

Noch kaum einmal wurde einer dieser Nobodys auch nur namentlich bekannt. Einzig die Parlamentsdienste und das Ratsbüro dürften die Namen zu Gesicht bekommen. Der Nationalratspräsident verliest sie nicht. Eine andere Besonderheit bei Bundesratswahlen: Es könnte – erneut theoretisch – auch jemand ins Rennen geschickt werden, der davon gar nichts weiss. Spätestens im Nationalratssaal muss diese Person aber Farbe bekennen: die Wahl annehmen oder ablehnen.

3 Comments on “Bundesratswahlen (II): Die Nobodys”

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  2. Titus Sprenger

    Art. 2 lit c des Bundesgesetzes über das Öffentlichkeitsprinzips der Verwaltung schliesst eigentlich die Parlamentsdienste mit ein. Allerdings lässt Art. 4 lit. b wiederum ein Hintertürchen für Abweichungen von Vorherigem offen… Einen wirklichen Grund, diese Namen nicht bekannt zu geben, gibt’s ja eigentlich nicht…

  3. Dieter Stephan Speidel

    Ich bin einer der 18, ein “Nobody”, was nicht stimmt, denn ich habe einen “Body”! Niemand ist ein “Nobody”, sonst wär er/sie nicht hier auf dieser Welt. Wie Sie lesen können bin ich einer der 7.5 Millionen Schweizer und das lustige an der Story ist, dass ich mit Hansjörg Walter im Militär einen WK-lang im das Zimmer geteilt habe und ihn deshalb nicht schlecht kenne! Für mich persönlich war meine Bundesrats-Kandidatur eine Horizonterweiterung und ein “Feststellen”, dass ich das auch könnte, und wohl gleich gut getan hätte wie Zimmerkamerad Walter oder Ueli Maurer. Warum? Weil ich im Leben im In- und Ausland viel gesehen und miterlebt habe und damit einen gesunden Menschenverstand entwickelt habe, so denke ich zumindest. Ob ich mich in der Politik und Armee wohlgefühlt hätte, das lassen wir mal offen. Was mir jedoch zur Zeit immer mehr durch den Kopf geht, das ist eine Volksinitiative “Demokratische Volkswahl der Bundesräte!”, denn dann wäre wohl der Hansjörg gewählt worden. Ich war übrigens am 10.12.2008 natürlich dort im Bundeshaus und der Polizist winkte mich einfach durch (ohne Ausweiskontrolle) als er meinen Brief gelesen hatte. Ich verfolgte dann die Wahl vor allem aus der Cateteria und aus dem Presseraum. Kleider machen Leute, ich hatte meinen Nadelstreifen Anzug an und Leute wie Verena Diener usw. grüssten mich, als würden sie mich kennen, jemand wollte mir dann beim Buffet das “Du” anbieten und ganz zum Schluss sagte mir ein Welscher mit Bart “dommage que ce ne’est pas Blocher”, dann war ich genügend irritiert um mich aus dem Bundeshaus zu verabschieden, wo mich der Polizist beim Ausgang freundlich grüsste……..also bis zum nächsten mal, vielleicht sollte ich doch einer Partei beitreten? Den “Bunten” statt den Grünen oder wo passe ich wohl am meisten rein? FDP: weniger, SVP: ist mir zu links, SP: zuviele Beamte und Funktionäre, Grün-Lieberale: Sind mir zu streng, zu stramm, dann doch die Grünen, als Bunter zu den Grünen! Cher Monsieur Recordon!

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