Bla-Bla-Blogger und David Bauer oder vom Esel, der den anderen Langohr schimpft

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Womöglich ist mein Anspruch zu hoch: Mit der Lektüre eines jeden Zeitungsartikels möchte ich Neues erfahren. David Bauers Text in der “SonntagsZeitung” über die Schweizer Weblogs wird diesem Anspruch nicht gerecht. Er strickt im Prinzip an der uralten Masche “Journalisten vs. Blogger”.

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Womöglich haben wir es mit einer allgemeinen Entwicklung im Journalismus zu tun: Ein Medienschaffender befasst sich mit einem Thema, setzt sich aber nicht damit auseinander. Er bleibt an der Oberfläche, statt die Tiefe zu suchen. Er hat eine These im Kopf und sucht sich die Quellen aus, die seine Thesen stützen. Journalistisch ist diese Arbeitsweise nicht, sie ist billig und bequem. Echte Neugierde und Offenheit fehlen.

Kurz: die Storys sind schnell recherchiert, schnell geschrieben, schnell gelesen – und schnell vergessen. Was uns Bauer auftischt, ist eine Geschichte, die bestensfalls in einer Tageszeitung Platz finden dürfte: das Werk von acht Stunden Arbeit. Von einer Wochenzeitung erwarte ich einen anderen Ansatz. Statt nach dem angelsächsischen Journalisten-Credo “give them the unexpected” liefert Bauer das, was er den Bloggern vorwirft: “more of the same”. Seine Vorwürfe und Pauschalurteile fallen zu einem rechten Teil auf ihn zurück. Hier passt das Sprichwort vom Esel, der den anderen Langohr schimpft.

Ergänzend zum Artikel druckt die “SonntagsZeitung” ein Interview mit Bundesrat Moritz Leuenberger ab. Das ist einfach nur noch langweilig, Leuenberger gab die letzten 18 Monate schon Dutzende von Interviews über sein Dasein und Denken als bekanntester Blogger der Schweiz.

Einem Kontrapunkt zum Mainstream war David Bauer auf der Spur: “Thinkabout”. Dieser Blogger sucht sich seine Themen meistens, ohne auf die Schlagzeilen und populäre Themen zu schielen. Er denkt, schreibt sich die Finger wund, seine Texte sind gut. Manchmal scheitert er, aber oft ist es ein Genuss, seine Gedanken zu lesen, die wiederum zum Nachdenken anregen. Die “SonntagsZeitung” hätte sich ein Interview mit einem unbekannten Blogger leisten können, das wäre vermutlich ergiebiger geworden.

“Thinkabout”, den ich persönlich nicht kenne, ist nur ein Beispiel. Es gibt andere Trouvallien unter den Schweizer Weblogs. Ich glaube nicht, dass deren Betreiber den Anspruch haben, “tollkühne Rebellen wider den Mainstream” zu sein, wie das Bauer insinuiert. Es geht ihnen vermutlich auch nicht primär darum, möglichst viele “Visits” und “Pages” zu erreichen. Sie messen sich an ihren hohen Ansprüchen.

Ich finde vereinzelte Weblogs herausragend. Dass sie keine “Wirkung nach aussen” (Bauer) erzielen, hat viel mit den etablierten Medien zu tun. Nicht selten nehmen sie Themen aus den Blogs auf; es ist dankbar, mit ein paar Mausklicks Inputs zu bekommen. Allein: die Quellenhinweise bleiben aus.

Andere Postings zum Thema:

– BloggingTom
– Infomagazin Nachlese
– Metablog
– Die Lupe

Foto: Mark Balsiger

19 Comments on “Bla-Bla-Blogger und David Bauer oder vom Esel, der den anderen Langohr schimpft”

  1. Alexander Müller

    Ich bezweifle, dass Blogs “keine” Wirkung nach aussen erzielen. Die Wirkung ist möglicherweise sehr begrenzt aber dennoch vorhanden.

    Es ist jedem Leser in der Schweiz freigestellt was er lesen will. Leser werden heute mit Informationen überflutet. Die Mainstream-Medien schreiben jedoch mehrheitlich dasselbe. Es ist eine Homogenisierung bzw. Konsolidierung der Medienlandschaft erkennbar. Ich als Leser habe dann oft den Eindruck, dass der eine Medienschaffende dem anderen abgeschrieben hat oder aber alle nur noch die Rohinfos abdrucken, welche sie von den Presseagenturen erhalten. Vielleicht stecken hinter den verschiedenen Blättern ja sogar die gleichen Redaktionen.

    Meine Motivation einen Blog zu betreiben besteht darin, den Leuten “meine teilweise etwas andere Sicht” der Dinge zu vermitteln.

  2. Pingback: Linktipps: Blogger-Bashing, strukturierte Finanzprodukte | Substanz

  3. Müller Reto

    Das Schreiben eines Blogs wurde für mich zu einem Mittel meine Gedanken und meine Meinung festzuhalten. Oftmals betonte ich hierbei, dass ich dieses auch führen würde, wenn ich keine Lesenden hätte. Natürlich und da sind wir Polit-Narzissen uns einig, ist es auch schön, wenn jemand da ist, dir die Meinung sagt – ob zustimmend oder dagegen ist einerlei – und man gehört wird.

    Zuerst dachte ich gar nicht, dass mein Blog u.a. auch von Medien gelesen würde, bis zuerst indirekt oder dann gar direkt daraus zitiert wurde. Oft dachte ich in letzter Zeit auch, dass Themen in den Lokalmedien recherchiert wurden, welche in meinem Blog zu Diskussionen anregten. Aber das kann auch nur eine Selbsttäuschung meines Egos sein, wenn man der Bauerschen Theorie fröhnen will.

    Auf der anderen Seite nehmen wir Blogger uns manchmal wirklich auch ein wenig zu wichtig. Ich schreibe so viel, als dass es für Aussenstehende unmöglich ist, alles lesen zu können oder einen Anspruch darauf zu erheben. Auf der anderen Seite ist es doch vielleicht ähnlich, wie bei den kommerziellen Printmedien. Es existiert nur, was gelesen werden will.

    Bauer fördert das mit seinem Artikel für die “SonntagsZeitung” bestimmt nicht, ausser dass er wütende Kritik (danke, Mark) der Blogger-Gemeinde auf sich lädt und dadurch die Leserschaft steigert.

  4. Christian Schenkel

    Die Entwicklung, die während der letzten Jahre im Internet stattgefunden hat, auf das Bloggen zu reduzieren, zeugt von einer gewissen Kurzsichtigkeit. Freilich fürchten die Journalisten uns Mikropublizisten; denn sie sind sich nicht ganz sicher, wie ernst und bedrohlich unsere Deutungsmacht ist. Deshalb bleiben die Blogger auch das Lieblingsthema der Medienjournis.

    Viel wichtiger ist aber, dass die Online-Kommunikation einen grossen Schritt in Richtung dialogischer Kommunikationskultur gemacht hat. Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass jedermann auf “NZZOnline” Kommentare hinterlassen könnte? Die Rezipienten und Konsumenten erobern sich via Internet die Hoheit über die (Meinungs-)Märkte zurück: Es werden Produkte und Dienstleistungen gewertet, Meinungen ausgetauscht, Empfehlungen und Verwerfungen abgegeben, etc. Das ist die eigentliche Revolution, und nicht allein das Phänomen des Bloggens…

  5. Michael Gisiger

    Mir ist es in der Tat ein Rätsel, warum (Print-)Journalisten partout der Meinung sind, Blogger möchten a priori eine grosse Aussenwirkung erzielen, d.h. eine möglichst grosse Reichweite erreichen. Aber vielleicht sind das die ersten Rückzugsgefechte der Holzmedien?

  6. Thinkabout

    Hoppla. Da freue ich mich aber sehr, wenn an dieser Stelle so über mein Blog geschrieben wird. Danke. Ist mir durchaus Ansporn. Danke auch allen Kommentierenden. Wie schön, sachlichen Diskussionsstoff vorzufinden! Und die Beobachtungen von Christian Schenkel sind einfach klasse. Ich glaube, genau das ist der Punkt. Und diese Entwicklung wäre ohne das Phänomen Blog nicht eingetreten.

    Die NZZ ist das Beispiel: Ganz offensichtlich werden Kommentare da nicht nur zugelassen, sondern es findet auch eine Moderation statt, die durchaus sein darf und soll – die Qualität der Kommentare ist auf jeden Fall sehr viel besser als beim Newsnetz – woran das wohl liegen mag? Vielleicht gar daran, dass sich da ein paar Leute mehr Gedanken machen zur notwendigen Affinität von Online-Portalen zu den Wesenheiten des Web 2.0? Oder sollte die NZZ gar die gleiche Erfahrung machen wie wir Blogger sie machen dürfen: Man steuert mit den eigenen Inhalten nicht zuletzt auch die Qualität der Diskussion zu den Artikeln.

    Es ist daher kein Wunder, dass ich mich hier in den Kommentaren genau so wohl fühle wie in den Texten. So, jetzt ist genug labende essigsaure Tonerde hin und her geschoben worden: Lasst uns weiter schreiben – so, wie wir glauben, dass es seine Richtigkeit hat. Zuerst vor uns und für uns persönlich. Das ist doch meistens für die verschiedensten Publikationsformen von Texten das allererste Kriterium, oder? Und die Voraussetzung, dass wir gern tun, was wir tun.

  7. open society

    Warum „bloggen“ (schreiben) wir?

    Drei Vorschläge hierzu:

    • Um seinen eigenen Emotionen freien Lauf lassen: Besonders beliebt nach Rundumschlägen deutscher Finanzminister, der Kommissarin für EU-Aussenbeziehungen oder bei Staatsbeihilfen für marode Geldhäuser. Früher einmal am Stammtisch, heute per Mausklick. Motto: dem würde ich dann mal die Meinung geigen.

    • Um anderen seine eigenes ideologisches Weltbild zu „vermitteln“. Dabei geht es darum, auf möglichst vielen Blogs und online-Kommentaren seine Sicht der Dinge zu hinterlassen, andere „in den Boden zu bloggen“. Anschauungsunterricht bieten Beiträge zu Alt-BR Blocher oder BR Calmy-Rey. Vorreiter waren so genannte „Embedded journalists“. Motto hier: Meinungshoheit, notfalls unter Aufbietung sämtlicher copy&paste Möglichkeiten digitaler Technologien.

    • Wertfreie Gedanken formulieren und diese zur Diskussion stellen. Die Person hinter diesen Gedanken, dessen Name also ist dabei unherheblich. Es geht um die genuine Macht des Geistes, den Wettstreit der Ideen und damit um die Auseinandersetzung mit der bzw. über die Gesellschaft. Motto: Tiefe statt Schnelligkeit, Sorgfalt statt Schnellschüsse, Fakten statt Personen.

    Mir ist nicht bekannt, welche Kategorie Blogger David Bauer nun im Visier hatte. Vielleicht gibt es auch noch andere.

    Unterschlagen hat Bauer allerdings, dass es auch vor dem Web immer schon zumindest zwei Kategorien von Journalisten gegeben hat: Bla-Bla-Journalisten und Publizisten von Rang: Hans O. Staub, Jean-Rodolphe von Salis, Hans Saner und viele weitere mögen als Beispiel stehen.

  8. Thinkabout

    @open society
    Danke für die Erwähnung von JR von Salis – ich frage mich oft, mit welchen Worten – und mit wie viel Übersicht und daher auch Gelassenheit er die Entwicklung der Medienlandschaft begleiten würde – und wie gut das tun würde!

  9. open society

    @ Thinkabout
    JR von Salis würde diesen Prozess vermutlich so kommentieren, wie er er dies immer getan hat: profund, kenntnisreich und vor allem…unnachgiebig!
    Ihr Kommentar und die Erinnerung an ihn sind mir jedenfalls Anlass genug, heute abend mal wieder die „Notizen eines Müssiggängers“ zur Hand zu nehmen. Welche Wohltat.

  10. Mark.Balsiger

    Eigentlich fehlt mir die Zeit, mich weiterhin diesem Thema anzunehmen. Aber weil es einen Unterschied macht, unter Blogger zu diskutieren oder an die breitere Öffentlichkeit zu gelangen, habe ich einen Leserbrief verfasst. Weil die “SonntagsZeitung” aber vermutlich keinen Platz dafür hat, hänge ich ihn hier in die Welt hinaus:

    SonntagsZeitung, 2. November 2008
    Multimedia / „Bla-Bla-Blogger – die Rebellen versinken im Mittelmass“ von David Bauer

    Das Verhältnis zwischen Journalisten und Bloggern ist seit jeher belastet. Die meisten Journalisten beäugen die Weblogs argwöhnisch. Sie sehen ihre Deutungsmacht in Gefahr und holen nicht selten zu oberflächlichen Rundumschlägen aus, wenn sie über Blogs schreiben.

    Die Blogger heulen jedes Mal von neuem auf, wenn sie ein Verriss der Holzmedien trifft. Viele verstehen sich als Underdogs, ja sie kultivieren diesen Status, rotten sich sofort zu einer Meute zusammen und fletschen die Zähne.

    David Bauer macht in seinem Artikel zwei Denkfehler. Erstens hinkt sein Vergleich mit den USA. Mit Verlaub, die „New York Times“ hat mit „20Minuten“ auch wenig gemeinsam. Zweitens überträgt er den Antrieb der Journalisten auf die Blogger. Ihnen geht es aber nicht um Primeurs, exklusive Geschichten und Auflagezahlen. Schweizer Blogger haben zwar auch ein grosses Ego, sie verstehen sich aber nicht als „tollkühne Rebellen wider den Mainstream“, wie das Bauer suggeriert. Sie können keine Themen setzen, zumal sie zu 98 Prozent in ihrer Freizeit und damit mit beschränkten zeitlichen Ressourcen bloggen.

    Ob 100, 750 oder 3000 Leser pro Tag: Schweizer Weblogs sind dann erfolgreich, wenn sie sich regelmässig mit Know-how und Engagement einem Thema widmen und ein Dialog entsteht. Solche Blogs gibt es – zum Glück. Sie sind eine echte Bereicherung im medialen Einheits-Blabla.

    Mark Balsiger, Bern

  11. Thinkabout

    @Mark Balsiger:

    Danke für den Hinweis, dass Ihr Leserbrief nicht erschien. Da wollte ich mich doch tatsächlich aufmachen, in der Bloggerszene zu mahnen, nicht gleich wieder zu hyperventilieren, sondern die Bühne aufzusuchen, auf der Bauer seine Artillerie aufgestellt hat, und also gleich zum Leserbrief zu greifen. Aber das bringt ja offensichtlich nichts, wie Sie selbst bemerken müssen.

    Was bleibt? Ein müdes Gähnen, und statt des Werweissens über die Motive dieser Bauer’schen Schreibe die Vergewisserung, dass man es selber für sein eigenes Bloggen besser weiss. Kommt Zeit, kommt Einsicht. Es wird angesichts der dynamischen Entwicklung der Medienformate nicht allzu lange dauern können, denke ich.

  12. andré

    @opensociety:

    deine kategorien, warum jemand blogt, möchte ich noch ergänzen durch:

    – schreiben, was andernorts, was im mainstream nicht mehr zu lesen oder sehen ist
    – finger drauf halten
    – brücken bauen

    einverstanden?

  13. Thinkabout

    Warum eigentlich haben Printmedien solche Scheuklappen vor Bloggern, statt sich zumindest betreffend Interaktion und Kommunikation 2.0 mit Bloggern auszutauschen?
    Vielleicht wäre die Erkenntnis, dass Blogger ganz gerne Leser von Qualitätsmedien sind, der Anfang eines unverkrampfteren Umgangs mit einander, ohne alles Bla-Bla…

  14. Jan Flückiger

    Die Kommentare auf dieser Seite zeigen zudem etwas Essentielles, was der Print-Journalismus nicht leisten kann: Man kann zu Geschriebenem direkt Stellung nehmen und so eine Diskussion zum Thema starten.

    Klar, das kann man auf dem Online-Abklatsch der grossen Zeitungen auch – nur bieten die meisten Online-Portale der traditionellen Verlage keinen Mehrwert gegenüber von Pendler- und Tageszeitungen. Dafür kann man neuerdings die gleichen schlecht recherchierten und oberflächlichen Artikel auf bernerzeitung.ch, tagesanzeiger.ch und ebund.ch lesen. Ein Hoch auf diese Medieneinfalt!

    Vielen Dank alle Bloggern hier draussen, dass es euch gibt. Ein netter Versuch wäre dochmal sämtliche Blogs für eine Woche zu sperren, mal sehen wie vielen Journalisten plötzlich die Inspiration fehlen würde.

  15. Titus Sprenger

    @ Jan Flückiger
    Aber wir wollen die Redaktionen (insbesondere der Gratis-Medien) doch nicht in Bedrängnis bringen… ;-)

  16. Thinkabout

    Aber Herr @Sprenger:
    Die SoZ beruhigt die Konkurrenz ja gleich selber: So ein bisschen Bla-Bla in einer Blogkiste ohne jede Relevanz hat doch keine Aussenwirkung. Wenn ich denke: “Stimmt eigentlich”, dann hat das ja keine von aussen direkt erkennbare Folgen.

    Vielleicht hilft ein Bild weiter:
    Wenn ich in einer Beiz am Stammtisch auf den Tisch haue, dann nicken allenfalls drei Kumpels, und am nächsten Tag ist das Bier ausgeschieden und das Gesagte (vielleicht) gar vergessen. Wenn ich statt in einer Beiz im Web hocke und meinem Ärger Luft mache, kriegen das ganz schnell mal zwanzig Leute mit statt drei – und am nächsten Tag können sie es gegen das Vergessen sogar nochmals nachlesen. Und andere auch. Ich glaube, das ist auch das, was Zeitungsredaktoren an den Blogs so juckt, diese unverdiente Unvergänglichkeit der ach so unqualifizierten Kritik. Das Internetz ist eben sehr viel weniger flüchtig als es Viele gerne hätten.

  17. Titus Sprenger

    @ Thinkabout
    Na dann äussere ich mich doch auch noch konkreter zum Thema, wenn auch sicher nicht abschliessend:

    Genaue Zahlen über die Anzahl Blogs in der Schweiz gibt es kaum. Alleine die Abgrenzung “Schweiz” dürfte schwierig sein. Ich wage jedoch die Behauptung, dass die Mehrheit tatsächlich Blogs sind, welche man in die Kategorie “Bla-Bla” tun kann.

    Aber: Die Blogsphäre – wie auch David Bauer – unterscheiden heute nicht zwischen den rein privaten Blogs mit viel belanglosem privatem Bla-Bla (“heute war ich einkaufen…bla bla bla”) und “den anderen Blogs”, hinter welchen eine Leistung steckt, welche über das Wiedergeben irgendeines Ereignisses gehen.

    Wenn das Wiedergeben eines Ereignisses nur “Bla-Bla” ist, was ist dann das Wiedergeben von Agentur-Meldungen, welche sich in allen Zeitungen befinden? Auch nur Mittelmass?

    Wenn die Blogsphäre so belanglos ist, wie David Bauer zu wissen scheint, warum gibt er sich dann mit dieser mehrheitlich-nur-Ereignisse-wiedergebende-Bla-Bla-Sparte ab? Weshalb gibt er sich nicht mit den Gratis-Zeitungen ab, die eine weitaus höhere Beachtung haben und welche praktisch ausschliesslich Bla-Bla-Agentur-Meldungen wiedergeben? Fehlt es ihm an Mut oder der nötigen journalistischen Unabhängigkeit, gegen Medien zu schiessen, welche bei seinem Arbeitgeber stark vertreten werden?

    Interessant erscheint mir auch – und jetzt wechsle ich zu einem anderen Gedanken – dass Gratis-Zeitungen sich viel häufiger auf Blogs beziehen als Bezahl-Zeitungen. Das hat etwas Elitäres, liegt aber nicht an den Blogs, sondern an den Redaktionen der Bezahl-Zeitungen, welche Blogs wohl immer noch als eine Gefahr betrachten (und auf keinen Fall als Bereicherung oder Ergänzung).

    Ob Blogs eine Gefahr für bestehende Medien sind, ist eine andere Frage. Sie bieten jedoch etwas, wovon jeder Redaktor eigentlich nur träumen kann: Interaktion mit dem Leser. Das erlaubt dem Verfasser eines (Blog-)Artikels besser zu spüren, was der Leser (in Zukunft) will, was ankommt, gelesen wird, was ihn interessiert. Die klassischen Medien haben dieses Feedback mittels Kommentaren (oder allfälliger Statistiken) nicht. Die paar wenigen Leserbriefe sind kein guter Gradmesser…

  18. Pingback: eDemokratie.ch » Blog Archive » David Bauers Kreuzzug gegen Schweizer Blogger

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