“Behinderte liegen uns nur auf der Tasche” – die IV-Debatte ist somit neu lanciert

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Die Teaser-Kampagne, die seit Anfang Woche auf vielen Plakatwänden in der ganzen Schweiz zu sehen ist, hat mächtig Staub aufgewirbelt. Gerade auch bei den Behindertenverbänden.

Eines von diversen Sujets dieser Plakatkampagne:

Werbung soll etwas auslösen. Werbung sollte intelligent sein – und scheitert mit diesem Anspruch oft.

Werbung setzt vielfach auf drei “Trigger”:

–  die massierte Verwendung, damit so Wirkung erzielt werden kann
–  Zuspitzung
–  Provokation

Zuspitzungen gelingen nur selten, lies: das Publikum versteht die Botschaften gar nicht. Provokationen wiederum können zynisch oder dumpf sein. Auf den ersten und zweiten Blick war ich geneigt, die aktuelle Teaser-Kampagne zu verurteilen.

Jetzt liegt allerdings die Auflösung der Kampagne vor, seit heute hängen an den Plakatwänden die neuen Sujets. Ein Beispiel:

Zugegeben, die Teaser strapazierten stark. Ich kann nachvollziehen, wenn Betroffene schlecht darauf reagierten. Allerdings, und das scheint mir wichtiger, wurde so die wichtige IV-Diskussion neu lanciert. Buchautor Markus Schneider, nach zwei Hirnschlägen selber ein Betroffener, schreibt, dass dank dieser Kampagne nun alle wüssten: “Ohne Integration in die Arbeitswelt wird es teuer. Teuer für Nicht-Behinderte.”

Die Kampagne ist dann ein echter Erfolg, wenn nun die Diskussion breit geführt wird und gleichzeitig auch Tiefe erreicht. Wenn das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV), die Behindertenverbände und nicht zuletzt die Politiker die Chance nutzen, das Thema Reintegration mit diesem positiven Dreh auf die Agenda zu setzen, ist einiges erreicht.

Foto: news.ch, Sujet: BSV

4 Comments on ““Behinderte liegen uns nur auf der Tasche” – die IV-Debatte ist somit neu lanciert”

  1. Aeschlimann

    hätte man mit dem gleichen Text Ausländer so bezeichnet ,aber Behinderte darf man offensichtlich beleidigen.

  2. stadtwanderer

    gibt es eine untersuchung, welche deinen optimistsichen schluss belegen würde?-
    mir ist nicht von begleitforschung bekannt geworden.

  3. ChliiTierChnübler

    Aber der bittere Nachgeschmack bleibt. Dennoch, schon nur, dass man sich empört, wirkt mehr als eine “normale” Kampagne. Somit ist das Ganze zum Schluss doch positiv?

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