Aargauer Wahlkampf: Die Schlussphase ist dumpf und erschütternd

Geschrieben am Dienstag, 3. Februar 2009 19:19 von Mark Balsiger / Kommentare

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Ich beklagte schon oft die Tatsache, dass der Wahlkampf in der Schweiz zu wenig engagiert geführt wird. Wenn Engagement allerdings durch dumpfe Provokation ersetzt wird, erleidet die Politik in ihrer Gesamtheit einen irreparablen Schaden.

In den letzten Tagen hat im Aargau das Inserat eines vorgeschobenen Elternkomitees “Keiner wählt Rainer” für Wirbel gesorgt. Diese Geschmacklosigkeit haben die Grossräte Urs Haeny (fdp) und Andreas Glarner (svp) zu verantworten. Glarner hat schon wiederholt für Wirbel mit umstrittenen Sujets gesorgt. Wir erinnern uns: 2007 ging er mit ähnlich dumpfen Provokationen auf Stimmenfang. Ein Beispiel:

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Für den Sprung in den Nationalrat reichte es nicht. Glarner – laut Eigenwerbung “Hardliner statt Weichspüler” – ist nicht bloss ein Grossrat unter vielen, er ist Fraktionschef der grössten Partei im Aargau.

Mit der neuerlichen Entgleisung erweisen Glarner & Co. den offiziellen SVP- und FDP-Kandidierenden einen Bärendienst. Am nächsten Sonntag dürfte es Bildungsdirektor Rainer Huber (cvp) im zweiten Wahlgang knapp reichen.

Datum: Dienstag, 3. Februar 2009 19:19
Themengebiet: Aargau, Kampagnen, Werbung Trackback: Trackback-URL
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5 Kommentare

  1. 1

    Wie tritt man gegen diese zunehmenden Geschmackslosigkeiten und Verunglimpfungen im Aargau und anderswo an?

    Die Verwendung der gleichen Sprache durch die gegnerische Seite kann es ja nicht sein. Braucht’s doch ein Knigge? Andere Ideen?

  2. 2

    @Titus Sprenger

    Sie fragen: “Wie tritt man gegen diese zunehmenden Geschmackslosigkeiten und Verunglimpfungen im Aargau und anderswo an?”

    Es gibt nur einen Weg: Die Wahlzettel der SVP vom Briefkasten aus auf direktem Weg ins Altpapier befördern. Wer nicht sachlich argumentieren kann, hat keine Stimmen verdient.

    Es ist endlich an der Zeit, dass in der Politik wieder Anstand und Respekt Einzug halten.

  3. 3

    Wer Herrn Glarner schon in der Arena erlebt hat, wundert sich kaum mehr über dessen geschmacklose Kampagnen. Die Voten sind stets sehr polemisch, dafür ohne jeglichen politischen Inhalt. So meldete er sich beispielsweise einmal, um einzig und allein den Slogan “Grüne sind unreife Rote” anzubringen.

    Interessant war auch seine Erklärung für die Raserproblematik, Schuld daran seien nämlich primär linke Richter.

  4. 4

    @ Hardy Jäggi

    So einfach ist es eben leider nicht.

    Sie stimmen mir gewiss zu, dass es eine Illusion ist zu glauben, irgendwann könne es nur Linke oder nur Rechte geben. Ich begrüsse eine gesunde Parteienmischung in unserem politischen System. Sie ist wie das Salz in der Suppe und Garant dafür, dass alle Ansichten Gehör finden, was wiederum auch einen gewissen “Frieden” hierzulande sicherstellt.

    Ein Links- oder Mitte-Rutsch aus Protest seitens Rechts-Wähler gegen die SVP kann nicht die Lösung sein. Sie stellt oben Erwähntes in Frage.

    Idealerweise kommt der Protest aus den eigenen Reihen. Das fand andernorts teilweise durch die Gründung der BDP statt – aber eben nur teilweise. Auch wenn die Aargauer inzwischen ihre eigene BDP-Kantonalpartei haben, bleibt dem SVP-Wähler keine Alternative. Auf der Homepage der Aargauer BDP habe ich nicht einmal eine Wahlempfehlung gefunden.

  5. 5

    [...] Mark Balsiger macht sich ähnliche Gedanken dazu. [...]

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